Hochdorf

Ich weiss ein Dorf, gar still und alt
Ragt es hervor aus blühend Bäumen
Das Kostbare noch vorüberhallt
Und selten fremde Wandrer säumen.

 

Kein Prunkpalast, kein Marmorbau
Hebt sein Haupt mit stolzem Schweigen
Doch wie eine Schirmburg rings ins Blau     
Die weissen Silberberge steigen.

Sind auch die Häuser steinbeschwert
Und dunkelbraun die Eichenwände
So arm und lieblos ist kein Herd
Wo man nicht Ruh und Frieden fände.

 

Und unter dem ärmsten Giebeldach
Wenn silbern rinnt der Schnee vom Moose
Die Sonne küsst dort Blumen wach
Am Fensterlein erblüht die Rose.

Peter Halter


Hochdorf anfangs 19. Jh.

 

Woher der Name Hochdorf kommt?

Vorweg: hat nichts mit hoch zu tun

Eher mit Hof (möglich)

Ausgrabungen bei und in der Kirche Hochdorfs belegen frühere Bauten.

Hingegen ist Hodorf die erste gesicherte Schreibweise um 900.

 

In vielen Nachschlagewerken wird der Name Hoftrahun erwähnt, der in Urkunden von 804 und 851 erwähnt wird.

In der Urkunde aus dem Jahre 804 vermachte Engildruda und ihr Mann Reginhardus  Besitzungen an das Kloster St. Gallen. Aber diese wohnten nachweislich in Hohofdhorof "in pago Brisagauginse (Breisgau).

 

In der Urkunde von 851 entlässt Engildruda in Hoftrahum Sigimarum aus der Leibeigenschaft, damit er die Priesterweihe emfangen kann. Wiederum im Kloster St. Gallen verurkundet.

Das ist 47 Jahre später, Engildruda erscheint nun als Witwe d.h. ohne Reginhardus.

 

Es ist also wahrscheinlich, dass es sich um die gleiche Engildruda handelt, die eben nicht im Seetaler Hochdorf wohnte. Es ist kaum ein Zufall, wenn zwei wohlhabende Frauen mit gleichem Namen am gleichen Ort verurkunden.

 

Hofdere oder Hoftere wird das Dorf seit jeher von den Einheimischen so genannt. Ob diese Bezeichnung von Hof her geleitet wurde ist unsicher. Die Forschung hat bis heute noch keine Antworten gefunden.

 

Gesicherte Quellen:

893 – 924 wird Hodorf genannt

1045, 1173 Hotdorf, 1223 Hochtorf Hohtorf, 1250 Hohtorf, 1255 Hochtorf

ab 1285 Hochdorf

 

Diese Namensgebungen waren auch für Hochdorf in Deutschland gängig.

 

Hochdorf von der Kleinwangenstrasse her

 

Die Schokoladenfabrik während Hochdorfs Blütezeit. In der Fabrik arbeiteten vorwiegend junge Frauen aus dem Tessin und Italien.

Quellen:

Bilder: Peter Halter Stiftung

Texte:

Peter Halter Stiftung

Wirtschaftswunder Hochdorf 1880-1914, Comenius Verlag, Hitzkirch oder im Schloss Heidegg